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Weihnachten im Regenwald? Die Traditionen der Kichwa-Indianer

Dezember 23, 2018

Weihnachten im Regenwald? Die Traditionen der Kichwa-Indianer

 

Bis kurz vor Weihnachten spüren wir meistens noch wenig von Besinnlichkeit und Ruhe. Die letzten Geschenke müssen besorgt werden, ein Haufen Arbeit ist zu erledigen und die Abende sind voll mit Weihnachtsfeiern oder Verabredungen auf dem Weihnachtsmarkt. Es bleibt wenig Zeit, um einfach mal inne zu halten und bewusst schöne Stunden im Kreise der Freunde oder der Familie zu verbringen.

Sogar Weihnachten verbringen viele damit, von Treffen zu Treffen zu huschen, um in möglichst kurzer Zeit möglichst viele wiederzusehen. Dabei wünschen wir uns für Weihnachten doch eigentlich am meisten, dass mal für einige Tage die Zeit still steht und wir schöne Momente genießen können, vielleicht allein oder zu zweit, vielleicht im kleinen oder großen Kreise unserer Liebsten. Hauptsache ohne Hektik und Stress, aber mit ganz viel Freude, leckerem Essen und im besten Falle Sorglosigkeit.

Dieses traditionelle Zusammenkommen macht für viele den wirklichen, wenn auch klischeehaften Zauber von Weihnachten aus, der in so vielen Filmen und Büchern beschrieben wird. Weihnachten ist eine wunderschöne Möglichkeit, sich gegenseitig Wertschätzung und Aufmerksamkeit zu zeigen. Diese Wertschätzung wird aber viel weniger in materiellen Geschenken deutlich und viel mehr in Form von gemeinsamem Kochen, Spazierengehen in der Natur, langen Gesprächen, Spiele- oder Filmabenden und all’ den anderen Dingen, die an Weihnachten Tradition haben.

Das Feiern von Festen als Bindeglied für gemeinsame Zeit ist in den meisten Kulturen fest verankert, doch braucht es eigentlich immer einen bestimmten Anlass, um besondere Momente zu erleben?

In diesem Artikel werfen wir einen Blick in die Kultur und die Tradition der Kichwa-Indianer in Ecuador und zeigen, was ihnen besonders am Herzen liegt.

 

 

 

Was hat in Ecuador Tradition? Worauf legen die Kichwa-Völker Wert?

Uli hat sich vor 14 Jahren entschieden, von Deutschland nach Ecuador auszuwandern. Er lebt zusammen mit seiner Frau, einer Kichwa, in der Stadt Tena. Das ist die Hauptstadt der Provinz Napo und dem Kanton Tena und liegt mitten im Amazonas-Regenwald. Mit ihm habe ich über Traditionen und Feste der Kichwa-Indianer gesprochen.


Das Kichwa-Volk und ihre Zugehörigkeit zu den Quechua-Indianern

Die Kichwa sind die indigenen Volksgruppen in Ecuador und gehören zu den Quechua-Indianern. Das sind alle Ethnien, über Peru, Bolivien, Ecuador, Kolumbien, Chile und Argentinien verteilt, die die Muttersprache Quechua gemeinsam haben. Quechua bedeutet übersetzt “Tal” oder “die Höhenlage”. Traditionell bezeichnen sie sich selbst also als “Menschen der Höhenzone Quechua”.

Insgesamt sprechen 9 bis 14 Millionen Menschen Quechua, allerdings hat sich bis auf die Zuordnung zu dieser gemeinsamen Sprache bisher keine beziehungsweise kaum eine gemeinsame Identität gebildet. Das liegt daran, dass die regionalen Dialekte so groß sind, dass eine gegenseitige Verständigung kaum möglich ist.

Die Quechua-Indianer haben trotz ihrer großen ethnischen Vielfalt und der Unterschiede in Sprache und Mundart einige Gemeinsamkeiten, vor allem in Hinblick auf die Lebens- und Wirtschaftsweise.

 


 

Leben und Wirtschaften im Einklang mit der Natur

Die Quechua arbeiten traditionell größtenteils in der Land- und Weidewirtschaft. In den tiefer gelegenen Regionen liegt der Fokus auf der Landwirtschaft, während in der hoch gelegenen Region der Puna vor allem Weidewirtschaft, Viehhaltung und der Anbau von Feldfrüchten betrieben wird.

Zurück zu den Kichwa-Indianern, der zu den Quechua gehörigen Ethnie, die in Ecuador lebt. Auch ihre Existenzgrundlage wurzelt traditionell in der Landwirtschaft. Jede Familie bewirtschaftet selbstständig ihr eigenes Land -  ihr Tagesrhythmus und ihr Arbeitsumfang richtet sich nach Saison und Wetter. Umweltbildung spielt eine große Rolle, das Wissen über die Bezeichnung und den Nutzen jeder Pflanze wird im frühesten Kindesalter weitergegeben. Selbst die Namen der Monate beziehen sich darauf, wann welche Pflanze geerntet werden kann. In sogenannten Chakras, das sind Waldgärten, werden in Mischkulturen alle Pflanzen angebaut, die für sie selbst und den Export wichtig sind. Darunter fallen zum Beispiel Kakao, Banane und Guayusa. Gerade der Anbau von Guayusa ist für die Kichwa besonders wichtig, denn die Pflanze kann das ganze Jahr über geerntet werden, im Gegensatz zur Kakaobohne, die nur gewisse Erntezeiten hat. Guayusa ist dementsprechend eine wichtige Einnahmequelle, die ohne Pestizide und Dünger auskommt. 

 

 

Gemeinsam Guayusa Trinken - die tägliche Tradition der Kichwa

Guayusa spielt aber nicht nur als Exportprodukt eine große Bedeutung, sondern auch im traditionellen Zusammenkommen am Morgen und in der Strukturierung des Tages.

Früher wurde Guayusa vor allem in den frühen Morgenstunden getrunken, um für die Jagd gewappnet zu sein und über die Träume der vergangenen Nacht zu sprechen. Die jüngste Schwiegertochter musste in aller Frühe aufstehen, um den Sud aus Guayusa Blättern und Wasser aufzusetzen. Gemeinsam lebten alle Familienmitglieder auch nach der Hochzeit gemeinsam in einem großen Haus. Gearbeitet wurde nur von Montag bis Mittwoch.

Das Trinken von Guayusa und der enge Zusammenhalt sind bis heute geblieben, auch wenn nicht mehr zwingend alle in einem Haus zusammen wohnen.

Den Kichwa-Indianern liegt viel daran, in der Familie viel Zeit miteinander zu verbringen, Tag für Tag. Deshalb rücken große Traditionen als Anlass, schöne Momente zu verbringen, eher in den Hintergrund. Die Struktur ihres Alltags ist geprägt von Natur und Familie.

 

Und was haben wir damit zutun?

Diese Lebensweise ist nur möglich, solang die Kichwa-Indianer weiterhin unabhängig in ihren Waldgärten traditionell wirtschaften können, ohne dass vor allem der Globale Norden durch die Ansiedlung und den Landraub großer Konzerne diese Strukturen untergräbt. Bergbau und Regenwaldabholzung nehmen den Kichwa sonst die Lebensgrundlage.

Weihnachten ist die Zeit der Nächstenliebe und Besinnlichkeit - Vielleicht sollten wir da nicht nur an unsere Nächsten, sondern an alle Menschen auf dieser Welt denken, die das Recht haben, ihre ethnische Identität und Lebensweise zu erhalten. Handeln können wir ganz einfach, in dem wir ganz genau hinschauen, wo unsere Produkte herkommen und wie sie produziert werden. Ein Anliegen, das uns auch bei unserem Bio-GUYA-Tee sehr am Herzen liegt.



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