Strefan Höck - Dez 09, 2021

Artenvielfalt: Warum Biodiversität sich “auszahlt”

Amazonas Regenwald Panorama GUYA

Wälder sind die artenreichsten Landökosysteme der Erde. Doch seit geraumer Zeit geht die Biodiversität in den Waldökosystemen weltweit zurück. Dieser zunehmende Verlust wird seit Jahrzehnten diskutiert. Denn immer deutlicher zeichnen sich auch die daraus resultierenden negativen ökologischen Folgen und sozialen Konsequenzen ab – sowohl für die im und vom Wald lebenden Lebewesen, als auch für alle Regionen und Volkswirtschaften ringsherum.

Gleichzeitig nimmt die Fläche von monokulturellen Plantagen wie etwa für die Produktion von Holz und Energie weiter zu. Allen voran aus wirtschaftlichen Gründen. Was die ökologischen Vor- und Nachteile von Monokultur angeht und ebenso, warum wir die Biodiversität brauchen, haben wir bereits im Blogbeitrag “Artenvielfalt! Denn Monokulturen bringen’s nicht“ behandelt.

Doch daneben stellen sich auch ökonomische Fragen. Etwa, wie monokulturelle Wälder im Vergleich mit Mischwäldern bei einer Rechnung abschneiden, die ökologische Auswirkungen einbezieht? Ist die industrielle, monokulturelle Aufforstung dann tatsächlich noch lohnend?

“Biodiversität”, was ist das eigentlich genau?

Zunächst einmal gilt es, den Begriff “Biodiversität” zu klären. Denn was bedeutet “biodivers” überhaupt? “Biodiversität” steht als Synonym für die Vielfalt an Leben auf unserem Planeten. Für Arten, Individuen, Kulturpflanzen – oder auch für ganze Ökosysteme und ihre komplexen Interaktionen. Der Begriff “biological diversity“ wurde erstmals im Jahr 1986 vom US-National Research Council genutzt und später mit “BioDiversity“ abgekürzt. “Bios“ stammt aus dem Griechischen und heißt “Leben”, “diversitas“ ist Latein und heißt “Verschiedenheit”. Oft dient als eine andere Bezeichnung auch der anschaulichere, aber engere Begriff der “Artenvielfalt“.

Auch im deutschen Sprachraum wird “Biodiversität” gerne mit “Artenvielfalt” übersetzt. Dies stimmt faktisch jedoch nur bedingt, denn außer der Vielfalt an verschiedenen Arten schließt der Ausdruck auch die diversen Variationen innerhalb einer Art in die “Biodiversität” mit ein.

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Entstehung der “modernen”, monokulturellen Forstwirtschaft

In Wäldern finden sich die meisten Arten – verglichen mit allen Land-Ökosystemen der Erde. Besonders alte, ungenutzte Wälder sind artenreich. Diese Vielfalt findet man heute allerdings kaum noch. Durch die intensive Bewirtschaftung ist der Bestand homogener und artenärmer.

Wirklich alte Wälder sind größtenteils lange verschwunden. Global gesehen sind noch etwa 36 Prozent der Wälder Primärwälder, also Urwälder, die ohne einen sichtbaren Einfluss des Menschen fortbestehen. Pro Jahr gehen etwa 13 Millionen Hektar Wald – häufig Primärwald – verloren. In Deutschland gibt es überhaupt keine Urwälder mehr. Bereits ab etwa 4.500 vor Christus begannen die Menschen in Europa Wald zu roden und in Nutzwälder umzuwandeln. Es entstanden Wälder, deren Nutzung zwar intensiv war, dies aber nur auf kleinen Parzellen. Der kleinräumige Strukturwechsel bot somit weiterhin sehr vielen Organismen Lebensraum.

Im Mittelalter wurde dann, etwa nach Katastrophen oder Abholzungen, damit begonnen, reine Monokultur anzulegen, damit die Menschen schneller wieder zu Wald kommen. Vor rund 100 Jahren wurden die traditionellen Nutzungsformen dann weitestgehend komplett aufgegeben. Seither werden die Wälder meist mit Bäumen aus einer Art und einheitlichen Alters gepflanzt.

Um mit der Forst- und Landwirtschaft größere und schnellere Gewinne zu erzielen, wurden hierzulande vor allem in den 50er- und 60er-Jahren häufig Bäume von nur einer Art gepflanzt. Verstärkt wurde auf Monokulturen mit etwa Fichte oder Kiefer gesetzt. So entstanden Wälder mit schnell wachsenden Bäumen, die in kurzer Zeit nachwachsenden Rohstoff produzieren. Noch heute werden sie so angebaut, etwa um den Holzbedarf für die Industrien zu gewinnen.

Monokulturen: Auch wirtschaftlich ein zu hoher Preis?

Dass diese Gewinnrechnung ganzheitlich wie nachhaltig betrachtet ein großer Denkfehler ist, betont ein Wissenschaftlerteam um Prof. Pretzsch vom Lehrstuhl für Waldwachstumskunde der TU München. Ginge die Monokultur weiter so voran, entstünde bei einem damit bedingten langfristigen Baumarten-Verlust von rund 99 Prozent jährlicher Schaden in Höhe von 166 bis 490 Milliarden US-Dollar. Verluste, die demzufolge kostentechnisch mehr als doppelt so hoch wiegen wie die globalen Aufwendungen zum Erhalt der Biodiversität. Kosten für etwa Schutz- und Erholungsfunktionen der Wälder. Sowie für eine verminderte Holzproduktion, welche bei der Umwandlung von Wald-Monokulturen hin zu Mischbeständen wieder ansteigen können.

Die monetäre Bewertung des “Naturkapitals”, also der Vorrat an physischen und biologischen Ressourcen und die Fähigkeit der Ökosysteme, Güter und Leistungen als quasi “Dividende“ bereitzustellen, war Ziel einer Studie, bei der sich immer wieder zeigte, dass die Kosten des Biodiversitäts-Verlustes wegen unterlassener Schutzmaßnahmen meist weit höher liegen als die Kosten eines wirkungsvollen Naturschutzes. Enorme Kosten entstehen demnach durch eine oft schleichende Verschlechterung dieser Ökosystemdienstleistungen der Wälder.

Die Universität Zürich belegte im Jahr 2014, dass gesunde Pflanzengemeinschaften – nach Vorbild von Mischanbau und Mischkultur – sogar für höhere Erträge als Monokulturen sorgen. In der Studien-Zusammenfassung heisst es: “Trotz ihrer Nachteile sind Monokulturen nach wie vor die agrarwirtschaftliche Anbauform schlechthin und gelten in der Pflanzenzüchtung als einzige Möglichkeit, höhere Erträge zu erzielen. Zu Unrecht, wie Bernhard Schmid, Ökologieprofessor an der Universität Zürich, findet.” Prof. Schmid sieht “im unerschlossenen Potenzial der Biodiversität [sogar] die Chance für die künftige Ernährung der Menschheit”.

Die Anzahl der Baumarten steht demnach in direkter Korrelation zur Produktivität der Wälder. Laut der Studien macht eine Artenvielfalt die Wälder ertragreicher und widerstandsfähiger. Auch die kommerzielle Holzproduktion kann damit von Artenreichtum in Forsten profitieren.

Biodiversität GUYA Guayusa

Biodiverse Aufforstungen auf dem Vormarsch – so auch in Ecuador!

Mittlerweile gibt es in vielen Ländern auch ein Umdenken, was die Waldbaurichtlinien angeht – weg von Monokulturen und hin zu artenreichen Wäldern. Laut der „Anpassungsstrategie an den Klimawandel“ und der „Waldstrategie 2020“ hat man sich etwa in Deutschland zum Ziel gesetzt, die Baumarten-Vielfalt der deutschen Wälder zu erhöhen. Auch wurde in jüngerer Zeit wieder vermehrt aufgeforstet, so dass die Waldfläche seit den 1970er-Jahren um eine Million Hektar auf elf Millionen Hektar zugenommen hat. Etwa 32 Prozent sind nun bewaldet.

Weltweit gibt es 4 Milliarden Hektar Wald. Genau 10 davon werden seit dem 1. Juli 2021 von GUYA aufgeforstet. Seitdem haben wir unsere erste “eigene Aufforstung” in Ecuador. Dafür haben wir uns mit der gemeinnützigen ecuadorianischen Stiftung YAKUM zusammengetan. Die Artenvielfalt in den Wäldern wieder ansteigen zu lassen, ist hierbei auch eines unserer Hauptziele. Mit dem Anbau von 100 Arten Obst-, Nuss-, Palmen-, Heil- und Nutzpflanzen soll der Boden gesunden und sich das degradierte Ökosystem erholen. Wir, YAKUM und die dort lebende indigene Gemeinde sind der Meinung, dass die Anpflanzung dieses “Food Forests” sowohl für die Gemeinde als auch den Wald und die lokale Tierwelt von großem Nutzen ist.

Fazit

In der Forstwirtschaft überwiegen Monokulturen. Verwendet werden Züchtungen, die auf hohe kurzfristige Erträge optimiert sind. Dabei zeigt sich immer mehr, dass die Kosten, die durch verschlechterte Ökosystemdienstleistungen entstehen, oft viel höher sind als der Gewinn.

Weltweit untersuchen Forscher den Zusammenhang zwischen Artenvielfalt und Produktivität von Wäldern und deren wirtschaftlichen Nutzen. Je mehr Baumarten in einem Wald existent sind, desto mehr Biomasse wird produziert. So lautet immer häufiger ein wichtige Fazit.

Dass Monokulturen im Wald aus ökologischer Sicht nicht gerade optimal sind, ist nicht neu. Mischwälder sind folglich aber auch wirtschaftlich die bessere und ertragreichere Alternative. Klar, die Vorgaben sind hoch, die kurzfristigen Erträge eher gering. Dafür allerdings sind die nachhaltig Einnahmen umso höher. Und außerdem auch viel lohnenswerter, wie wir finden.

Die Möglichkeiten sind da. Sie müssen nur konsequent genutzt werden. Das könnte in kurzer Zeit jede Menge Verbesserungen schaffen, gerade was die Vielfalt der Natur betrifft. Je höher die Artenvielfalt, desto stabiler und produktiver das Ökosystem. Das scheint sich im Geldbeutel bemerkbar zu machen. Und zunehmend wohl auch im Fokus der Öffentlichkeit.

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